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Auf Mauritius werden eine Reihe verschiedener religiöser Feste gefeiert, die in ihrer Vielfalt den multikulturellen Charakter der Insel unterstreichen. Bunte Paraden zum chinesischen Neujahrsfest, Prozessionen des tamilischen Kavadi, die Hindu-Wallfahrt zum Grand Bassin, die katholische Wallfahrt zum Grabmal des Heiligen Jacques Desiré Laval in Port Louis und die von Muslimen alljährlich wieder aufgeführte Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham füllen die Straßen der Stadt mit Leben. Diwali – das hinduistische Lichterfest, dass den Sieg des Guten über das Böse feiert – wird mit ebensolcher Hingabe begangen wie das Weihnachtsfest, zu dem statt Tannenbäume blühende Flammenbäume die Straßen und Wohnzimmer zieren. Ein Jerusalem im Indischen Ozean, ein Varanasi der Tropen, ein indisiertes Arabien, ein buddhistisches und taoistisches Heiligtum unter dem Kreuz des Südens – das alles und noch viel mehr ist Mauritius. Hier folgt eine Liste der wichtigsten religiösen Feste und kulturellen Feierlichkeiten in Mauritius.
Dezember/Januar/Februar
Feuerlauf: Diese tamilische Zeremonie findet zwischen Dezember und Februar statt. Nach zehn Tagen des Betens, der Reinigung und der Meditation gehen Büßer zum Tempel, wo sie langsam über eine mit glühenden Kohlen gefüllte Grube laufen – sie soll den ausgebreiteten Sari von Draupadi symbolisieren – und anschließend ihre Füße in einem Milchbad abkühlen. Holi: Dieses große indische Fest steht im Zeichen der Freude und des Miteinanders. Bei diesem wilden aber stets gutmütigen Fest bewerfen Männer, Frauen und Kinder sich gegenseitig mit buntem Wasser und Pulver und wünschen sich dabei gegenseitig Glück. Id-El-Fitr: Zu diesem Fest zum Abschluss des muslimischen Fastenmonats Ramadan werden Geschenke ausgetauscht, Almosen gegeben und Verwandte und Freunde besucht, um ihnen viel Glück für die nächsten Monate zu wünschen. Thaipusam Kavadi: Dieses Fest wird zu Ehren des Gottes Murugan, des Sohnes Shivas, gefeiert und ist nicht nur das wichtigste Fest im religiösen Jahr der Tamilen, sondern auch das spektakulärste. Nach zehn Tagen des Fastens und Betens im Januar/Februar pilgern Gläubige zu einem Kovil (tamilischen Tempel) in der Nähe. In der Prozession tragen die Pilger sogenannte Kavadis Holzschnitzereien, dekoriert mit Blättern, Blüten, Früchten und Bildern von Heiligen, die den Gott Murugan ehren. Die Zeremonie ist in den vergangenen Jahren vor allem dadurch zu Bekanntheit gelangt, dass viele der Pilger Körperteile wie Wangen, Brust und Rücken mit dünnen Nadeln durchstoßen. Chinesisches Neujahrsfest: Das chinesische Neujahr fällt wegen den Verschiebungen aufgrund des lunisolaren Kalenders jedes Jahr auf ein anderes Datum. Nach chinesischem Brauch dürfen am Tag des Festes keine Scheren und Messer verwendet werden. Rot – als Symbol des Glücks – ist überall zu sehen, und das Aufhäufen von Speisen soll Wohlstand im nächsten Jahr bringen. Mit Freunden und Verwandten teilt man einen der traditionellen Wachskuchen. Ein Feuerwerk wird abgebrannt um böse Geister zu vertreiben Das Glanzstück jedoch ist das berühmte Drachenfest – das ein paar Tage nach dem Neujahrsfest gefeiert wird – zu dem chinesische Tänzer und Musikanten mit den traditionellen Löwentänzen die Straßen beleben. Maha Shivratri: Zu diesem Fest pilgern tausende von Gläubigen in makelloses Weiß gekleidet über große Strecken zum heiligen See Grand Bassin; dazu tragen sie sogenannte Kanwar – mit Blüten und kleinen Spiegeln verzierte Holzbögen. Maha Shivratri wird über drei oder vier Tage zu Ehren des Gottes Shiva gefeiert. Dazu schöpfen gläubige Hindus Wasser aus dem See. Die Zeremonie erinnert stark an die großen Rituale am heiligen Ganges in Indien. .
März/April
12. März, Nationalfeiertag: Der Tag der mauritischen Unabhängigkeit wird im ganzen Land mit großem Stolz begangen. Ougadi: Das Neujahrsfest der Telugu – einer indischen Volksgruppe – wird von aufwändigen Mahlzeiten in der Familie, traditionellen Aufführungen und Gebeten begleitet; unter Verwandten und Freunden schenkt man sich Kuchen und Süßigkeiten.
August / September
Ganesh Chaturthi: Dieses hinduistische Fest feiert die Geburt des Gottes Ganesha und wird am vierten Tag des Hindumonats Bhadrapad (gemäß dem Mondkalender August oder September) begangen. Kleine Statuen des elefantenköpfigen Gottes werden zum Strand oder zum Fluss getragen und dort vor Sonnenuntergang versenkt. Père-Laval-Wallfahrt: Jedes Jahr am 9. September wandern oder fahren Mauritier aller Religionen nach Sainte-Croix in der Nähe von Port Louis um das Grabmal des Seligen Jacques Désiré Laval – des „Apostels der Schwarzen“ – zu besuchen. Die Inbrunst der Feierlichkeiten zu Ehren Lavals, dem heilende Kräfte zugeschrieben werden, erinnern an die Lourdes-Wallfahrt in Frankreich. Ein interessantes Detail: Père Laval war der erste Mensch, der von Papst Johannes Paul II seliggesprochen wurde.
Oktober/November
Diwali: Dieses hinduistische Fest im Oktober bzw. November feiert den Sieg Ramas über Ravana – den Sieg des Lichts (der Wahrheit) über die Dunkelheit (Unwissenheit) – und gleichzeitig die Vernichtung des Dämons Narakasuram durch Krishna. Während des Festes werden auf Mauern, Balkonen und in Gärten lange Reihen kleiner Tonlampen aufgestellt. Sie werden bei Sonnenuntergang angezündet, und ihr goldener Schein – der die Göttin des Wohlstands und des Glücks in das Haus derer, die die Lampen anzünden, leiten soll – erleuchtet die ganze Insel.
http://www.everyculture.com/South-Asia/Mauritian-Religion-and-Expressive-Culture.html
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